Yguasu oder Iguazú oder Iguaçu? (Tag 177 – 181)

19.-24. März 2017 | Foz do Iguaçu – Cataratas de Iguazu | BRASIL/ARGENTINA

Vom Reservat Tati Yupi sind es nur einige wenige Kilometer bis Ciudad del Este von wo eine Brücke über den Rio Parana nach Brasilien führt. Die Grenze ist für Tagesbesucher offen und dementsprechend schwierig stellt sich die ‘richtige’ Einreise mit allen notwendigen Stempeln und Fahrzeugimportpapieren heraus. Nach einigen Extrarunden um das Zollgebäude haben wir jedoch alles Benötigte beisammen und sind nun endlich in Brasilien angekommen!
Heute geht es auch nicht mehr viel weiter, denn hier im Dreiländereck Paraguay-Brasilien-Argentinien liegen die weltberühmten Iguazu-Wasserfälle (Cataratas de Iguazú (Spanisch), Chororo Yguasu (Guaraní), Cataratas do Iguaçu (Portugiesisch)), die können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nach dem wir unser Zelt auf dem lokalen Camping (Hostal & Camping Paudimar) aufgestellt haben, uns im Pool abgekühlt und den ersten Caipirinha bestellt haben, geht es an die Planung der nächsten Tage. Die Iguazu Wasserfälle sind, wie der Name schon sagt, mehrere Wasserfälle (je nach Wassermenge zwischen 150 und 300!) die sich über eine 2.7 Kilometer lange Klippe erstrecken. Dementsprechend viel gibt es zu sehen. Zudem kann man sie sowohl von der Brasilianischen, als auch der Argentinischen Seite her bestaunen. Alle, die die Wasserfälle besucht haben und die wir dazu befragt haben, können sich nicht recht entscheiden, welches nun die schönere Seite sei – man müssen schon beide Seiten gesehen haben.
Noch in Bolivien haben wir in den Nachrichten gesehen, dass ein Teil des Parks auf der Argentinischen Seite gesperrt sei, wegen einem Puma! Das ist nun drei Wochen her und wir hatten damit gerechnet, dass er sich mittlerweile verzogen haben wird. Doch weit gefehlt. Offenbar handelt es sich um ein Puma-Weibchen mit Jungen, welches sich im unteren Teil des Parks aufhält und verständlicherweise nicht sehr erfreut ist, über zu viel Störung. Etwa ein Drittel des Parks ist daher aus Sicherheitsgründen immer noch gesperrt. Doch lässt uns das Gefühl nicht los, dass es sich dabei auch ein wenig um einen Inszenierung zu Marketingzwecken handelt – dem Besucheransturm tut es nämlich nichts zu Sache. Viele haben diesen Besuch schon Monate im Voraus geplant und sind trotzdem bereit den vollen Eintrittspreis zu bezahlen.
Der im Camping integrierte Touranbieter hat fast jeden Tag eine Gruppe, die bequem vom Hotel bis zum Eingang des Besucherzentrums auf der Argentinischen Seite chauffiert werden. Und für einmal entschliessen wir uns nicht selbst zu fahren. Wir haben uns schon darauf gefasst gemacht, den ganzen Tag in einer Menschenmenge zu verbringen, doch schon nach 500 Metern wird unsere Geduld auf die Probe gestellt. Alle Besucher müssen mit dem Zug zum ersten Aussichtspunkt fahren, denn der parallel verlaufende Spazierweg ist gesperrt – wegen Puma-Gefahr. Also verbringen wir die erste dreiviertel Stunde unseres Besuchs damit an der prallen Sonne Schlange zu stehen. Der aufkommende Groll ist schnell verflogen, als – endlich auf dem Pfad zu den Wasserfällen – vor uns ein Nasenbär auf einer Mauer herumturnt.

Bald darauf gelangen wir zum ersten Ausblick und von da tastet man sich langsam mit immer wechselnden Perspektiven und mit einem schönen Spannungsbogen vor zum Hauptwasserfall – la Garganta del Diablo / der Teufelsschlund!

Am nächsten Tag wollen wir uns jetzt auch noch die Brasilianische Seite anschauen. Nachdem wir auf der argentinischen Seite die Detailansicht der Wasserfälle, von oben und ganz nah, gesehen haben, bietet die Brasilianische Seite den Gesamtüberblick. Den Grossteil der Wasserfälle sieht man nun von weitem, über den Fluss hinweg, als Ganzes. Damit doch noch etwas Adrenalin ausgeschüttet wird, führt ein Steg direkt in die Mitte der Garganta del Diablo und man steht im Sprühregen der ringsum donnernden Wassermassen.

Hier wimmelt es nur so von neugierigen Nasenbären, die sich nur zu gern über achtlos abgestellte Rucksäcke und Handtaschen hermachen, auf der Suche nach Essbarem. Dabei zeigen diese putzigen Tierchen auch mal ihre dolchartigen Eckzähne und plötzlich nimmt man die überall präsenten Warnplakate blutiger Bisswunden wieder etwas ernster.

Die Tage in Foz do Iguaçu vergehen wie im Flug, uns überfällt eine Trägheit, aus der uns nur der Ruf der Atlantikstrände wecken kann.

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