Endlich wieder ans Meer! (Tag 182 – 188)

25.-30. März 2017 | Prudentopolis – Matinhos – Morretes | BRASIL


Der direkte Weg ans Meer führt über gut ausgebaute Autobahnen, wie wir sie schon länger nicht mehr gesehen haben. Wir kommen gut voran, müssen dafür jedoch einiges an Autobahngebühren bezahlen. Der hügelige Süden Brasiliens mit seinem milden Klima eignet sich bestens für Landwirtschaft und hat im letzten Jahrhundert viele Europäische Auswanderer angezogen. Das zeigt sich auch im Landschaftsbild – die Fahrtage sind eher langweilig und werden nur durch den Besuch einiger Wasserfälle in der Nähe des Städtchens Prudentopolis, das von, während der vorletzten Jahrhundertwende angesiedelten, Ukrainern gegründet wurde, etwas aufgepeppt.



Hier im Süden ist der Sommer schon fast vorbei. Die Küstenstädtchen, welche vor allem dem Strandtourismus dienen sind, fast ausgestorben und das Wetter ist regnerisch und kühl. Dennoch lassen wir uns das erste, kurze Bad im Atlantik nicht nehmen.


Auf der Suche nach etwas mehr Wärme machen wir uns bald auf in den Norden. Da wir uns, zwischen Curitiba und São Paulo, auf einer der Hauptverkehrsachsen Brasiliens befinden, würden wir die Autobahn (und die Gebühren) gerne meiden, und suchen uns einen Weg der Küste entlang. Diese kleinen Strässchen sind ein Genuss zu fahren, und wir staunen über die dichte, artenreiche Vegetation der Mata Atlântica (Atlantischer Regenwald). Bald fängt es an zu regnen, was unserer guten Laune jedoch keinen Abbruch tut. Als sich jedoch die auf unseren OSM Karten weiss eingezeichnete Strasse, zu einem steilen, schlammigen Fusspfad entwickelt, sinkt die Stimmung etwas. Mehrmaliges Nachfragen bei Anwohnern bestätigen unsere Befürchtungen, dass wir in eine über 100 km lange Sackgasse gefahren sind. Dass es mittlerweile schon später Nachmittag ist, macht die Sache auch nicht besser. Also heisst es umkehren und alles wieder zurückfahren. Bei Einbruch der Nacht erreichen wir die Ortschaft eingangs der Sackgasse und finden Unterschlupf in einer kleinen Herberge.

Am nächsten Tag fügen wir uns in unser Schicksal und fahren Richtung Autobahn. Die kopfsteingepflasterte Zubringerstrasse (Estrada da Graciosa) steigt über 20 km 900 m in die Höhe, die Temperatur sinkt auf unter 15°C. Hier am Berghang bildet sich oft Nebel und sorgt so für besonders saftig grüne Vegetation. Die schöne Strasse entschädigt uns für die vergebens gefahrene Strecke von gestern.

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