Die BR 319 – Eine der berüchtigtsten Strassen Brasiliens (Tag 252 – 265)

02. – 15. Juni 2017| Manaus – Porto Velho – Rio Branco | BRASIL

Achtung: Dies ist ein Monster-Bericht über unsere Mühen auf einer abgelegenen, unbefestigten Strasse im Brasilianischen Amazonas zur Ende der Regenzeit – nichts für zarte Gemüter oder nicht-ausdauernde Leser 😉 (ihr könnt euch ja einfach die Bilder und das Video anschauen, die erzählen auch schon so einiges).

Wir kommen Anfang Juni in Manaus an, mit dem Ziel, innerhalb der zwei vom Visum verbleibenden Wochen Peru zu erreichen. Dazu müssen wir aber erstmal die Amazonasregion verlassen. Leichter gesagt als getan. Die Regenzeit im zentralen Amazonas-Becken dauert laut Lehrbuch bis Ende Mai, danach folgen einige trockenere Monate. Soweit die Theorie – denn 2017 war ein äusserst regenreiches Jahr. Auch in den drei Tagen, die wir in Manaus verbringen, regnet es zweimal über längere Zeit ziemlich heftig, das Wasser steht in den Strassen.
Wieso interessieren wir uns plötzlich brennend für Wetterfragen? Natürlich schätzt man als Motorradfahrer einen schönen Starkregen eher selten. In unserem Fall könnte das Wetter auch zum Scheitern unserer Planung führen, denn von Manaus führen nur zwei Strassen weg: die asphaltierte BR 174, die nordwärts nach Venezuela führt (zurzeit für Fahrzeugbesitzer leider eine Sackgasse, da diese die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien nicht passieren dürfen) und die teilweise unbefestigte BR 319, die nach Porto Velho, in Richtung Bolivien und Peru, führt. Vor langer Zeit wurde diese Lehmpiste einmal überteert, doch seither wurde, ausser etwas Brückenunterhalt, nicht mehr viel gemacht. Im Moment ist die Regierung daran, mit Unterstützung der Holzindustrie, den weiteren Ausbau der Strasse zu planen, unter heftigem Widerstand der Naturschützer, die in verbesserter Infrastruktur eine reelle Bedrohung des Regenwaldes entlang der Strasse sehen. Doch vorerst existiert dieses Vorhaben erst auf Papier. Wir dürfen mit der vernachlässigten Version vorliebnehmen.
Vor uns liegen 880 km durch nahezu unbewohntes Gebiet. In der Mitte der Strecke befinden sich der am schlechtesten unterhaltene Abschnitt – es ist mit 490 km Erdpiste zu rechnen. In der Trockenzeit bedeutet das lange, staubige und rumplige Kilometer. In der Regenzeit gilt die Strasse als weitgehend unpassierbar, da sich die sonst pickelharte Oberfläche in riesige Schlammpfützen verwandelt. Auf Brasilianisch hat die Strasse den treffenden Übernamen Piscina de lama, der Schlammpool.

Jeden Morgen konsultieren wir den Wetterbericht für die kommenden Tage. Es scheint sich ein Schönwetterfenster von knapp 5 Tagen zu bilden. Die würden reichen, um die Strasse ein-zwei Tage antrocknen zu lassen um dann in 3-4 Tagen durchzufahren. Wir beginnen unsere Vorbereitungen, decken uns mit Essen, Wasser und Benzin ein und studieren Berichte anderer Reisenden, um möglichst gut vorbereitet ins Abenteuer zu starten. Wir finden einen Zeitungsartikel von Mitte Mai, der berichtet, dass ein Reisebus schon am 9. Mai die erste Fahrt der einsetzenden Trockenzeit gewagt hatte, und kläglich gescheitert ist. 4 Tage lang sass der Bus im Schlamm fest, bevor ein Traktor ihn rausziehen konnte. Nicht gerade beruhigende Nachrichten. Und doch schöpfen wir Hoffnung aus dem letzten Satz, der erwähnt, dass sie es Anfang/Mitte Juni nochmals versuchen wollen. Das Busunternehmen würde sicher nicht absichtlich Passagiere gefährden und somit könnte es tatsächlich jeden Tag so weit sein, dass ein Durchkommen möglich ist. Im allerschlimmsten Fall kehren wir halt um und nehmen die Fähre von Manaus nach Porto Velho.

Am 5. Juni ist es dann soweit. Wir versuchen uns wieder einmal an einem frühen Start und erreichen um 9 Uhr die Fähre, die uns nochmals über den Encontro das Aguas bringt, zum Anfang der gefürchteten Strecke. Während der ersten 200 km ist die Gegend noch relativ bewohnt, die Strasse asphaltiert und in gutem Zustand. Dann wechselt der Belag zu kompaktem Schotter. Die grossen, schwarzen Kieselsteine, die die Fahrbahn bedecken und so gar nicht zur roten Erde passen wollen, entpuppen sich als zerbrochener Asphalt, der ursprünglich in einer wenige Zentimeter dicken Schicht aufgetragen worden sein muss. Auch hier kommen wir immer noch gut voran, bis mein Vorderreifen plötzlich platt ist.

Ich hatte mich vor dem ersten Platten am Vorderrad gefürchtet, doch ich bringe das Motorrad auch auf holpriger Strecke schnell von 60 km/h zum Stillstand, ohne Gefahr zu laufen zu stürzen. Irgendwie hatten wir den Platten ja schon erwartet, denn schon den ganzen Tag mussten wir den Reifen immer wieder aufpumpen. Wir vermuteten, dass sich das Ventil vom Gummi des Schlauches gelöst hatte, waren aber zu faul dem Problem auf den Grund zu gehen. Leider wurde das Ventil durch die lange Bremsstrecke vollständig aus dem heavy-duty Schlauch gerissen. Somit habe ich ab jetzt auch im Vorderrad «nur» einen normal-dicken Schlauch und wir keinen Ersatzschlauch für etwaige weitere gravierende Platten am Vorderrad, bis wir wieder in der Zivilisation sind. Wir nützen die Chance und wechseln gleich noch den Vorderreifen, den wir seit São Luis im Gepäck haben. Mit dem unverbrauchten Profil bin ich jetzt gerüstet für den Schlamm.
Da uns der Reifenwechsel doch einige Zeit gekostet hat, kommen wir heute nur noch bis zum zweiten mit einer Fähre zu überquerenden Fluss. Hier ist die letzte kleine Siedlung vor 260 km Wildnis und ab hier fängt der härteste Teil der BR 319 an. Wir beschliessen früher Schluss zu machen, hängen unsere Hängematten im Dorf-Pavillon auf und gönnen uns ein Abendessen im einzigen Restaurant des Ortes. Wir legen uns früh hin, um den nächsten Tag bei Morgengrauen gestärkt zu beginnen.
Tatsächlich schaffen wir die Abfahrt um 8 Uhr. Die erdige Strasse ist trocken, bis auf einige feuchte Stellen und ein paar Pfützen in den Fahrrillen – alles halb so wild! Dann, bei der Durchquerung einer grösseren Pfütze, rutscht mir das Hinterrad weg und ich falle samt Motorrad ins Wasser. Noch ist mir zum Lachen zumute. Schnell ist Little Boy wieder aufgestellt, nur hat sich das Schaltergehäuse am rechten Lenkerende beim Tauchgang mit Schlammwasser gefüllt und der Starter geht nicht mehr. Zum Glück haben wir unsere Motorräder mit Kickstartern ausgerüstet. Ein paar Mal Kicken und weiter geht’s. Bald werde ich den streikenden Schalter verfluchen, denn wiederholtes Ankicken in der brütenden Hitze geht an die Konsistenz.

Wenige Kilometer weiter sehen wir, was mit «Schlammpool» tatsächlich gemeint ist. Vor uns erstreckt sich eine mindestens 100 m lange, schlammige Fläche über die gesamte Breite der Strasse, tief gefurcht von Fahrspuren. Die Autos scheinen die rechte Spur zu bevorzugen. Diese verläuft zwar ziemlich direkt durch die Problemzone, aber schon nach einigen Metern verschwindet sie in einer mit braunem Wasser gefüllten Pfütze, die doch ziemlich tief aussieht. Da halten wir uns lieber links, wo sich schmalere Spuren (Autos? Motorräder? Fussgänger?) durch den Schlamm ziehen. Pablo opfert sich als Versuchskaninchen und kommt schon nach einigen Metern keinen Zentimeter mehr vorwärts. Als ich absteige und zu ihm vorlaufe, merke ich schnell, dass der von weitem ziemlich harmlos aussehende Schlamm gerade so flüssig ist um einen Stiefel mit Leichtigkeit zu verschlucken, aber dick genug um ihn dann nicht mehr freizugeben. Passt man nicht auf, steckt man schnell mit beiden Füssen bis über die Knöchel in der braunen Masse, die in ihrer Klebrigkeit an flüssige Schokolade erinnert.


Zusammenarbeit hilft Kräfte und Kupplung zu schonen. Pablo sitzt auf dem Motorrad, gibt Gas und stösst sich mit den Füssen ab, während ich mit dem ganzen Gewicht am Vorderrad hänge. So kämpfen wir uns Zentimeter um Zentimeter durch dieses erste Schlammloch. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir von oben bis unten schlammig und endlich wieder auf trockenem Boden. Jetzt müssen wir nur das zweite Motorrad auch noch rüber holen. Argh!
Nach dieser ersten Hürde schauen wir uns zweifelnd an. Rechnen wir unsere aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit auf die noch vor uns liegende Strecke auf, können wir uns auf eine Woche Arbeit gefasst machen. Unsere Vorräte reichen aber nur für drei bis vier Tage. Insbesondere das Wasser bereitet uns Sorgen. Wir beschliessen nur noch sehr sparsam davon zu trinken, obwohl unsere Körper durch die physische Verausgabung in der tropischen Hitze es eigentlich dringen nötig hätten. Wenn das so weitergeht, schaffen wir es also sicher nicht. Jetzt gleich umkehren, nachdem wir eben erst mit viel Mühe die erste grössere Pfütze bezwingt haben, wäre aber auch frustrierend. Also fahren wir weiter mit dem gegenseitigen Versprechen umzukehren, falls hinter der nächsten Kurve gleich wieder so ein Monster auftaucht.


Doch vorerst bleibt es ruhig. Immer wieder versperren uns grössere und kleinere Pfützen den Weg, aber wir haben dazu gelernt: jetzt waten wir die gesamte Pfütze immer erst einmal ab und suchen den besten Weg, das heisst den Weg mit der geringsten Wahrscheinlichkeit stecken zu bleiben. Tiefes Wasser schreckt uns nicht mehr ab, die Stiefel sind eh schon bis oben hin voll mit Wasser und Dreck. Und obwohl sie einiges an Zeit frisst, scheinen wir mit dieser Methode Erfolg zu haben und schöpfen langsam wieder Hoffnung. Vielleicht haben wir beim ersten grossen Schlammloch einfach die falsche Technik angewendet?


Trotzdem werden wir heute nicht mehr allzu weit kommen. Der Nachmittag neigt sich schon langsam dem Ende zu, als wir vor der zweiten Monsterpfütze stehen. Diesmal ist sie noch länger als die erste. Zudem ist der am besten zu befahrende Teil, der relativ hoch liegt und schon gut abgetrocknet ist, von einem umgefallenen Baum versperrt. Als Alternative bleibt nur die einzige Fahrspur. Hier haben sich die Räder tief in die feuchte Erde gegraben. Die Fahrzeuge, die hier durch sind, müssen eine enorme Bodenfreiheit aufweisen. Der mittlere, höhere Teil zwischen den Spuren reicht mir teilweise bis zum Oberschenkel! Erst waten wir wieder beide Fahrrillen ab, doch diesmal sind sie so tief und schmal, dass unsere Motorräder sicherlich steckenbleiben würden. Also versuchen wir unser Glück mit der Erhöhung in der Mitte. Hier ist der Boden fest, und nur stellenweise von einer dünnen, unsäglich rutschigen Schlammschicht überzogen. Jedoch läuft man Gefahr beim Abstützen mit dem Fuss in eine der Spurrillen und damit ins Leere zu treten. Little Boy geht vor und kommt mit etwas Schieben ohne grössere Probleme durch. Dann ist Pablos Motorrad dran und es passiert. Das Hinterrad rutsch, der Fuss tritt ins Leere und das Motorrad kippt auf die Seite in den Graben. Der Lenker steckt in der gegenüberliegenden Wand und verhindert glücklicherweise, dass sich das Motorrad einmal kopfüber ins Schlammwasser dreht. Sorry, leider gibt’s hiervon keine Bilder, wir waren zu sehr mit Überleben beschäftigt und die Hände, die den GoPro-Akku hätten wechseln sollen, voller Schlamm.
Der Adrenalinkick verhindert, dass wir uns allzu grosse Sorgen machen, ob wir hier je wieder rauskommen. Erst laden wir das Gepäck ab und balancieren es auf den Schultern ins Trockene. Dann gilt es das Motorrad wieder aufzustellen, ohne dass es ganz in den Graben rutscht. Verzweiflung und Adrenalin verleihen uns Bärenkräfte. Ich stehe in der Pfütze und hebe das Motorrad an der Vordergabel hoch, während Pablo von oben an Lenker und Sturzbügel zieht. Beim dritten Anlauf klappt es und das Motorrad balanciert wieder auf der schmalen Brücke zwischen den Rillen. Durch das längere Liegen wurde der Vergaser mit Benzin geflutet und der Motor will nicht anspringen. Also müssen wir das Motorrad mit den letzten verbleibenden Kräften ans Ende der Pfütze schieben. Eine mühsame Arbeit, da man selbst kaum genügend Halt findet um sich effizient gegen das Motorrad stemmen zu können.


Danach brauchen wir erst einmal eine Pause und vor allem Pablo leidet sehr unter der immer strenger werdenden Wasserrationierung. Ein frustrierendes Gefühl stundenlang gegen Wasser zu kämpfen und selbst nicht genügend zu sich nehmen zu dürfen. In der Region ist das Wasser überall präsent, doch nur in Form von schlammig-braunen Pfützen und schwarzen, sumpfigen Tümpeln. Nur im absoluten Notfall würden wir solches abkochen zum Trinken. Kurz wünschten wir uns einen Wasserfilter, doch ist fraglich, ob der mit den vielen Schwebstoffen und eventuell im stehenden Wasser enthaltenen Toxinen überhaupt zurechtkäme.

Für heute, nach keinen 70 km in 10 Stunden, sind all unsere Kräfte aufgebraucht. Wir überlegen uns kurz, ob wir das Zelt gleich auf der Strasse aufbauen sollen – den ganzen Tag haben wir kein anderes Fahrzeug angetroffen – entscheiden uns dann aber doch für eine kleine Lichtung etwas abseits der Strasse. Beim Aufbau des Zeltes fallen uns in der feuchten Erde Pfoten-Abdrücke auf – sieht ganz nach einer Katze aus…einer grossen Katze. Schon in Manaus haben uns die Leute vor dem Jaguar gewarnt, wir sollen keinesfalls nach der Dämmerung aus dem Zelt. Wir nehmen die Warnung halbherzig ernst und verstauen mindestens das Essen auf unseren Motorrädern, anstatt im Zelt (nach der Devise: was bei Bären gilt, kann auch bei Jaguaren nicht schaden).


Doch wir werden die gesamte Fahrt über kein einziges Raubtier erspähen, weder Jaguar, noch Krokodil oder Schlange. Dafür kommen wir am nächsten Tag mit einer ganz anderen Tierart in Konflikt: beim Aufstehen entdecken wir, dass sich ein ganzer Wildbienenschwarm in unseren Helmen niedergelassen hat. Die Insekten hier sind wild auf das Salz von unserem Schweiss. Schon am Vortag waren wir ständig von Schwärmen von Wildbienen und Schmetterlingen umgeben, bis wir so richtig genervt waren. Gegen die Bienen im Helm hilft nur eines: herumrennen, den Helm schütteln und heftig dagegen klopfen. Nach und nach suchen alle Bienen das Weite. Wir haben Glück, dass es sich um eine stachellose Sorte handelt, die sich nicht gegen den Rausschmiss wehren kann. Bei giftigen Bienen oder Wespen wären wir nicht so glimpflich davongekommen.

Nach einigen Kilometern Fahrt ist dann auch die letzte Biene, die sich in meinem Ärmel verkrochen hatte, ausgeschüttelt, und wir können uns mit voller Konzentration an die heutige Etappe machen. Trotz Jaguar im Hinterkopf haben wir beide ganz gut geschlafen, was wir der Erschöpfung zuschreiben können. Doch sobald wir wach sind, nagt wieder die Sorge um das fehlende Wasser an uns. Gestern Abend ist kurz vor Einbruch der Dunkelheit ein Jeep an unserem Nachtlager vorbeigefahren. Der Fahrer kam von einem der Sendemasten, die entlang der BR 319 alle 40 km stehen. Einige der Masten haben Unterkünfte angegliedert, für die Personen, die für den Unterhalt zuständig sind. Wir beschliessen dort vorbei zu schauen und nach Wasser zu fragen. Tatsächlich ist eine ganze Gruppe Männer zuhause, die uns freundlich begrüssen. Nach einigem hin und her, sind sie bereit uns eine 2-Liter Flasche stark chloriertes Wasser abzugeben. Zudem meinen sie, ab hier sei die Strasse in viel besserem Zustand. Vorsichtig optimistisch starten wir in den Tag.


Und tatsächlich wir die Strasse immer besser, die Schlammlöcher kleiner, die Brücken stabiler. Auf einigen Abschnitten ist sogar die ursprüngliche Asphaltschicht noch intakt. Mit gestärktem Selbstvertrauen und beruhigt durch das zusätzliche Wasser fliegen wir bald mit beträchtlichem Tempo dahin. Trotzdem müssen wir aufmerksam bleiben, die Schlag- und Schlammlöcher kommen unerwartet. Zudem machen LittleBoys Schalter Probleme. Er muss immer noch angekickt werden, da der Starterknopf keinen Kontakt mehr macht und sich der Notaus-Schalter festgesetzt hat. Es wird so schlimm, dass wir während einer Kekspause alles auseinanderschrauben, notdürftig im braunen Pfützenwasser schwenken und schlussendlich den Notaus-Schalter ganz eliminieren.

Bald zeigt das Land links und rechts der Strasse wieder Anzeichen menschlicher Anwesenheit. Einzelne Häuser kommen in Sicht und eine längere Strecke wurde kürzlich mit einem Grader bearbeitet. Wir vermuten, dass der Bus hier in der Nähe stecken geblieben ist. In einem letzten Kraftakt fahren wir bis in die erste Ortschaft, Realidade, durch und dürfen da hinter der Tankstelle das Zelt aufbauen. Heute haben wir unglaubliche und unerwartete 270 km geschafft. Uns ist von weitem anzusehen, dass wir so eben aus Manaus angekommen sind. Wir und die Motorräder stecken von Kopf bis Fuss unter einer Kruste getrockneten Schlamms. Immer wieder werden wir von Leute angesprochen, die uns ungläubig fragen, ob wir tatsächlich gerade die BR 319 gefahren und wie die Bedingungen seien.
Am nächsten Tag bringen wir den letzten Teil der BR 319 hinter uns. Ab Realidade ist sie grösstenteils geteert, auch wenn über die gesamte Breite der Fahrbahn Slalom um die Schlaglöcher gefahren werden muss. Am späten Nachmittag erreichen wir Porto Velho und damit endgültig die Zivilisation. Die Motorräder, unsere Kleider, unser Gepäck und wir haben einen gründlichen Waschgang verdient, das Schlammwasser ist überall eingedrungen, hat vieles durchnässt und einiges braun eingefärbt.
Damit haben wir unsere letzte Etappe in Brasilien, und ein zentraler Punkt meiner «Bucket-List», gemeistert und sind nun bereit ein neues Land zu entdecken – Peru wir kommen!


2 comments

  1. Es war mir ein Vergnügen, Euch beide in Taikal kennen gelernt zu haben!
    Unsere Motorradreise ist schon vorbei. Entspanne noch auf Roatan, Honduras. Auch wenn es regnet…

    Euch noch viele spannende Erlebnisse, glückliche Momente und genießt Es!!!

    Olaf

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